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Verbreitung von MRSA

Auffallend große Unterschiede gibt es in der Häufigkeit von MRSA zwischen Staaten mit sonst gleichem Niveau des Gesundheitswesens. In skandinavischen Ländern und auch Holland ist der Anteil von MRSA sehr gering, nur ca. 3 %, während bei uns in Deutschland die MRSA-Rate über 30 % beträgt. Zu beachten ist, dass es generell – je nach Krankenhaushygiene – starke lokale Unterschiede gibt (bis teilweise über 50 %). In Amerika und vielen asiatischen Ländern liegen die MRSA-Werte bei bis zu erschreckenden 70 %. Eine ebenso hohe Quote findet sich in Gefängnissen, ambulanten Diensten und öffentlichen Duschen.


In Einrichtungen der Kranken- und Altenversorgung
Generell sind Kliniken und Krankenhäuser sehr MRSA-anfällig, v.a. chirurgische Intensivstationen, Abteilungen für Brandverletzungen und Neugeborenenstationen. In deutschen Krankenhäusern infizieren sich jährlich ca. 700.000 Patienten mit MRSA, in manchen Kliniken beruhen über 30 % der dort erworbenen Infektionen auf MRSA.

Viele Patienten sind schon – ohne es zu wissen – bei der Aufnahme in die Klinik infiziert. Hier kann nur eine Eingangsuntersuchung Klarheit verschaffen, wie sie in Ländern wie z.B. Holland durchgeführt wird. Bei uns in Deutschland gibt es so eine Untersuchung bisher leider nicht. Die Techniker-Krankenkasse Schleswig-Holstein gab bekannt, dass die Zahl der MRSA-Erkrankungen in den Kliniken dieses Bundeslandes von 2006 bis 2009 um 192 % gestiegen sei (von 191 auf 557 Fälle). Andere Bundesländer verzeichnen Zunahmen von über 200 % und mehr.


Außerhalb von Kliniken
Zum ersten Mal wurden Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Stämme vor 15 Jahren bei australischen Ureinwohnern entdeckt, die nie Kontakt zum Gesundheitswesen hatten. Kurze Zeit später wurden solche Stämme zum ersten Mal in Amerika beobachtet. Seither haben ambulant erworbene MRSA-Infektionen stetig an Bedeutung gewonnen.

MRSA werden zunehmend auch außerhalb von Krankenhäusern gefunden. In manchen Regionen Amerikas konnte CA-MRSA bei vielen schweren Haut- und Weichteilinfektionen nachgewiesen werden. Nach einer französischen Studie schleppen viele Patienten, die sich im Krankenhaus infiziert haben, diese Bakterien nach ihrer Entlassung in ihre Wohnungen ein.  In den USA wurden an jedem zweiten öffentlichen Meeresstrand in Kalifornien und Washington MRSA-Bakterien gefunden. Auch in Klärschlämmen verschiedener Regionen Englands wurden resistente Stämme von Staphylococcus aureus nachgewiesen.

MRSA sind nicht auf den Menschen beschränkt. 2007 wurde das Bakterium in kanadischen Schweinefarmen gefunden. Menschen waren in der Hälfte dieser 20 Farmen kolonialisiert, Schweine in einem Viertel. Die genetische Information der Bakterien war identisch, was klar auf eine Übertragung zwischen Mensch und Tier hinweist.

In holländischen Betrieben, in denen Schweine routinemäßig mit Antibiotika behandelt wurden, waren 60 % der Schweine mit MRSA infiziert. In Betrieben, in denen die Schweine nicht routinemäßig Antibiotika erhielten, waren nur 5 % mit MRSA infiziert. Bei einer weiteren holländischen Studie waren 41 % von 540 Schlachtschweinen MRSA-infiziert. Auch im Rahmen des Viehhandels sowie des Schlachtvorganges können die Bakterien verschleppt und dann in Lebensmitteln von entsprechenden Tieren nachgewiesen werden, so in Puten-, Hähnchen- oder Kalbfleisch sowie in Rohmilch.


MRSA-Verbreitung in Europa lt. EARSS 2004

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Offensichtlich sind die Erfolge der Staaten, die mit ihrer MRSA-Politik und überlegtem Einsatz von Antibiotika im Vergleich deutlich niedrigere MRSA-Quoten vorweisen. Diesbezüglich können Länder wie Holland sowie die skandinavischen Staaten einen MRSA-Anteil von teilweise unter 1 % vorweisen.

Mit Anteilen von 20 bis 60 % kaum noch beherrschbar erscheint das Problem dagegen in zahlreichen europäischen Staaten wie England, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. Die höchsten Quoten weltweit erreichen Japan, Taiwan, Hongkong und auch Indien mit mehr als 70 %.

Deutschland zeigt in den letzten Jahren eine stark zunehmende MRSA-Verbreitung!